Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Paläontologischen Gesellschaft laden wir Sie herzlich zur Jahrestagung 2012 ein, die das Museum für Naturkunde Berlin ausrichtet.

Mit dem Rahmenthema der Jubiläumstagung, Paläontologie in Gesellschaft – 100 Jahre Paläontologische Gesellschaft, unterstreichen wir die Relevanz der Paläontologie nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Gesellschaft und die breite Öffentlichkeit. Die von Paläontologen erforschte Erd- und Lebensgeschichte bietet ausgezeichnete Bezugspunkte für die Beurteilung von gegenwärtigen Umweltproblematiken, wie den globalen Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und die Erholung der Lebewelt nach einschneidenden Aussterbeereignissen. Fragen nach dem Ursprung und der Evolutionsgeschichte der Organismen, den Menschen inbegriffen, erzielen hohe öffentliche Aufmerksamkeit. „Paläontologie in Gesellschaft“ bezieht sich auch auf die multidisziplinäre und integrierende Ausrichtung moderner paläontologischer Forschung, in der Paläontologen zukunftsweisende Partnerschaften mit organismisch und molekular ausgerichteten Biologen, Geologen und Geochemikern eingehen. Schließlich verweist „Paläontologie in Gesellschaft“ auf die ausgezeichnete Rolle der Paläontologie in der Vermittlung authentischer Forschung anhand von echten Fossilien an eine interessierte Öffentlichkeit.

Diese Jubiläumstagung wird von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Annette Schavan, als Schirmherrin unterstützt. Die Tagung ist der Erforschung des vergangenen Seins gewidmet und – mehr noch – dem Austausch und Entwickeln neuer Ideen und Projekte „in Gesellschaft“ mit Ihren Kolleginnen und Kollegen.

Grußwort von Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Ich gratuliere allen Mitgliedern der Paläontologischen Gesellschaft zu ihrem 100-jährigen Bestehen! 100 Jahre Paläontologische Gesellschaft sind gleichzeitig auch 100 Jahre Wissenschaftsgeschichte, in der sich nicht nur die Wissenschaft und mit ihr die „Lehre vom alten Sein“ tief greifend verändert, sondern auch soziale, ökonomische und politische Zusammenhänge rasant entwickelt haben.

Es steht außer Frage, dass die Paläontologie mehr denn je für die Beantwortung der drängenden Zukunftsfragen benötigt wird: Die Erkenntnisse paläontologischer Forschung helfen uns, den großen Herausforderungen des drohenden Klimawandels und der Gefährdung der biologischen Vielfalt zu begegnen.

Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen die weltweit besten Wissenschaftler miteinander kooperieren. Die Paläontologische Gesellschaft hat die überragende Bedeutung internationaler Kooperation schon zum Zeitpunkt ihrer Gründung erkannt. So hat sie sich dezidiert nicht als nationale Gesellschaft, sondern als Forschungsgesellschaft für den gesamten deutschsprachigen Raum verstanden. Seit hundert Jahren leistet die Paläontologische Gesellschaft mit ihrer „Paläontologischen Zeitschrift“, der Ausrichtung internationaler Fachtagungen und ihren Netzwerken einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der deutschen Paläontologie und damit zum Erhalt ihrer internationalen Spitzenposition.

Zu den Voraussetzungen für paläontologische Spitzenforschung gehört es auch, die Sammlungen als Vermächtnis früherer Leistungen zu pflegen und als Grundlage künftiger Forschung zu erhalten. Deshalb fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die sammlungsbezogene Forschung in den Museen. Gemeinsam mit den Ländern hat das BMBF Positionen zur strategischen Weiterentwicklung der Forschungsmuseen formuliert und mit einem Schwerpunkt zur „Sprache der Objekte“ weitere Fördermöglichkeiten eröffnet.

Die Paläontologische Gesellschaft trägt mit ihrer wissenschaftlichen Kompetenz dazu bei, dass Deutschland seiner umweltpolitischen Verantwortung gerecht werden kann. Auch in internationalen Wissensnetzwerken vermittelt sie diese Kompetenzen. Das ist der Schlüssel, um die Zusammenhänge von Natur und Gesellschaft zu verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen zu gelangen.

Ich wünsche der Paläontologischen Gesellschaft und ihren Mitgliedern alles Gute und viel Erfolg für ihre weitere Arbeit!

Bundesministerin für Bildung und Forschung

Stand: 07.07.2014